82 Prozent der Deutschen zwischen 16 und 69 Jahren nutzen KI-Tools bereits zur Informationssuche, bei den unter 30-Jährigen sind es 94 Prozent. Sichtbarkeit bedeutet für Unternehmen damit nicht mehr allein: auf Seite 1 ranken. Sondern: als Quelle in KI-generierten Antworten auftauchen.
Diese Verschiebung hat in der Branche zwei Begriffe hervorgebracht: Answer Engine Optimization (AEO) und Generative Engine Optimization (GEO). Beide beschreiben die Optimierung von Inhalten mit dem Ziel, von KI-Systemen als direkte Antwort zitiert zu werden, und werden in der Praxis weitgehend synonym verwendet. Was sie konkret bedeuten, hat Google Mitte Mai offiziell eingeordnet.
Googles offizieller Standpunkt zu AEO und GEO
Am 15. Mai 2026 hat Google einen Leitfaden zur Optimierung für generative AI-Features in der Suche veröffentlicht (Google Search Central Blog, 15. Mai 2026). Der aufschlussreichste Teil ist das Mythbusting. Google listet auf, was für AI Overviews nicht gebraucht wird: keine spezielle llms.txt, kein AI-Spezial-Markup, kein Content-Chunking, keine inszenierten oder erkauften Erwähnungen auf externen Seiten und in Foren, kein Spezialschema für KI-Antworten.
Diese Liste trifft einen wunden Punkt, weil sie exakt die Zutaten beschreibt, aus denen viele AEO- und GEO-Ratschläge bestehen, die gerade kursieren. Die eigentliche Botschaft von Google geht aber tiefer: AI Overviews hängen an denselben Ranking- und Qualitätssystemen wie die organische Suche. AEO und GEO sind damit kein eigenständiges Feld, sondern SEO, angewendet auf KI-Sucherfahrungen. Was zählt, nennt Google „non-commodity content“: Inhalte mit echter Perspektive, eigener Erfahrung und klarer Struktur, die ein Sprachmodell nicht aus fünf Wettbewerber-Seiten zusammensetzen könnte.
Ein wichtiger Vorbehalt: Dieser Leitfaden gilt ausschließlich für Google Search. Für ChatGPT Search, Perplexity und ähnliche Systeme gibt es keine vergleichbar offiziellen Aussagen dazu, was Sichtbarkeit beeinflusst. Die Mechanismen unterscheiden sich dabei teils erheblich: Während Googles AI Overviews stark auf klassische Top-Ranking-Seiten zurückgreifen, zitieren Systeme wie ChatGPT oder Perplexity häufig andere Quellen und folgen eigenen Retrieval-Logiken. Was für diese Systeme konkret zu beachten ist, haben die jeweiligen Anbieter bislang nicht offiziell dokumentiert.
Einordnung für die Praxis
Für Google ist die Antwort klar: wer bereits solide SEO betreibt und in echte, substanzielle Inhalte investiert, ist gut aufgestellt. Der Leitfaden bestätigt das. Für den Rest der KI-Suchlandschaft bleibt die Datenlage dünn, und wer dort konkrete Optimierungsversprechen macht, bewegt sich auf unsicherem Grund.
Was sich unabhängig davon beobachten lässt: KI-Systeme werten nicht nur Fakten aus, sondern auch öffentliche Muster. Wenn in Bewertungen oder Fachmedien wiederholt dieselben Stärken eines Unternehmens auftauchen, verankert sich das als Signal. KI-Sichtbarkeit ist deshalb auch eine Frage des echten Kundenerlebnisses, nicht nur des Contents.
Bei LOBECO beraten wir Unternehmen darin, wie sie KI strategisch im Marketing einsetzen und wie sie ihre Sichtbarkeit für eine Suchwelt aufbauen, in der Google nur noch einer von mehreren relevanten Kanälen ist. Für eine Beratung steht Ihnen unser internes KI-Team gerne zur Verfügung.

Autorin: Chiara Bär





